Sinnvoll ist eine kurze Klärung der Ausgangslage: einvernehmlich vs. strittig, Kinder ja/nein, gemeinsame Immobilie, Schulden, laufende Zahlungen. Parallel: wichtige Unterlagen sammeln (Einkommen, Konten, Verträge, Kredit, Miet-/Kaufvertrag, Versicherungen) und keine vorschnellen Vermögensverschiebungen. Danach kann man gezielt entscheiden, ob ein rascher Vergleich möglich ist oder welche Schritte zur Absicherung (z. B. bei Wohnung, Unterhalt, Obsorge) nötig sind.
Formal kann eine einvernehmliche Scheidung grundsätzlich auch ohne anwaltliche Vertretung funktionieren. Praktisch ist entscheidend, ob Eure Vereinbarung vollständig ist (Unterhalt, Vermögensaufteilung, Kinder) und ob Ihr Folgekonflikte vermeidet. Ein Anwalt hilft vor allem dabei, Lücken zu schließen (die später teuer werden) und Vereinbarungen so zu formulieren, dass sie auch wirklich tragfähig sind.
Das hängt davon ab, ob einvernehmlich oder strittig geschieden wird und wie die Trennung gelebt/dokumentiert wurde. Wichtig ist nicht nur „wie viele Monate“, sondern ob die Trennung nachweisbar ist (getrennte Haushaltsführung, Finanzen, Lebensführung). Grundsätzlich gilt, dass die Partner sechs Monate getrennt sein müssen, bevor sie sich einvernehmlich scheiden lassen können.
Sehr häufig wird zu spät geklärt, wer im Objekt bleibt, wie Kreditraten bis zur Einigung bezahlt werden und welcher Zeitpunkt für die Bewertung relevant ist. Gerade bei Immobilien können Details wie Schenkungen von Eltern, Eigenmittel, Sanierungen und laufende Belastungen den Ausgang stark beeinflussen. Frühzeitige Struktur verhindert, dass eine „emotionale“ Trennung zur finanziellen Eskalation wird.
Nicht nur „wer bekommt wie viel“, sondern Betreuungsmodell, Ferien-/Feiertagsregelung, Mehrkosten (Schule, Sport, Arzt), Informationsrechte, Abhol-/Bringmodalitäten. Eine gute Vereinbarung ist konfliktarm im Alltag – und genau das entscheidet oft, ob es nach der Scheidung ruhig bleibt.
Das kommt auf Verfahrensart, Verfahrensausgang und Vereinbarungen an. In der Praxis ist die Frage: Gerichtskosten, eigene Vertretung, eventuell Sachverständige (z. B. Bewertung) – und wie Kosten bei Vergleich geregelt werden.
Hier spielen Umfang (einvernehmlich/strittig), Kinder, Vermögensfragen, Immobilie, Dringlichkeit und Schriftverkehr eine Rolle. Guter Mehrwert ist eine transparente Struktur: Erstberatung (Zieldefinition) → Strategie/Checkliste → Schritte & Kostentransparenz. Die Kosten einer Scheidung richten sich überwiegend nach dem Aufwand, der erforderlich ist, bis es zu einer gütlichen Einigung kommt. Je weniger die Situation eskaliert, desto schneller und günstiger werden einvernehmliche Scheidung erreicht werden können. Selbstverständlich spielt auch die Höhe des aufzuteilenden Vermögens eine wichtige Rolle bei der Frage des vereinbarten Stundensatzes bzw. Pauschalhonorars.
Strittig wird es meist teuer wegen Dauer, Schriftsätzen, Beweisaufnahme, Gutachten und oft parallelen Themen (Unterhalt/Obsorge/Immobilie). Mehrwert: Wer früh eine Vergleichslinie definiert (was ist verhandelbar, was nicht), reduziert die Eskalationskosten massiv.
Mag. Isabella Holzleitner-Vincetić LLB.oec
Das Familienrecht ist die sensibelste aller Rechtsmaterien. Neben fachlicher Kompetenz bedarf es eines hohen Maßes an Einfühlungsvermögen, Empathie und persönlichem Verständnis. Wir nutzen unsere Kompetenzen um Streitigkeiten zu vermeiden und belastende Situationen unserer Mandanten so schnell wie möglich in ihrem Sinne zu lösen.